city/data/explosion | Kybernetik und Kritik – Ein Panorama der Kybernetisierung der Gegenwartsgesellschaft

Spedition

Vortrag und Diskussion mit Anna-Verena Nosthoff (Oldenburg/Berlin)

Anna-Verena Nosthoff stellt ihr neues Buch vor, dass kürzlich im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Darin beschreibt sie die Steuerungsversuche von Gesellschaften durch algorithmische Kontrolle.
Sie blickt dabei auf die Anfänge der Kybernetik zurück, mit der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die Vorstellung formuliert wurde, durch zyklische Beobachtung und Steuerungsimpulse in bestehende Prozesse einzugreifen und ihren weiteren Verlauf zu beeinflussen. Seitdem ist aus dieser Idee eine digitale Kunst des Regierens entstanden.

Dabei beschreibt Anna-Verena Nosthoff auch Ansätze einer sozialistischen Kybernetik, wie sie in Chile mit dem Cybersyn Projekt verfolgt wurden (deren Kontrollraum das Motiv für unsere Flyer-Illustration geliefert hat). Der Putsch von Pinochet beendete dieses Experiment abrupt.

Heute befinden wir uns einem “post-kybernetischen Zeitalter”, Digitalisierung und ihr kybernetisches Fundament haben alle Bereiche unserer Gesellschaft durchdrungen. Unfreiwillig wie freiwillig unterziehen wir uns Prozessen von Feedback und Regulation.
“Wer die Digitalisierung verstehen will, muss auf ihre kybernetischen Ursprünge schauen” (Nosthoff), um die Wege und Verstrickungen zu verstehen, die sich heute etwa in Formaten wie dem KI-Hype und der machtvollen Strukturen des Bigtech zeitigen.

Anna-Verena Nosthoff ist Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Ko-Direktorin des Critical Data Lab (Humboldt-Universität/Universität Oldenburg).

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen und city/data/explosion mit Unterstützung des kunst- und kulturverein spedition e.V.

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Bildmotiv: Ulf Treger

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